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Allianz für informatische Bildung auf dem Calliope Tag

Beim Calliope Tag am 10. Oktober 2025 diskutierte die Bildungs-Community über MINT-Fachkräftemangel, digitale Souveränität und die unverzichtbare Rolle der Schule für Informatikbildung.

Am 10. Oktober 2025 versammelte sich die Bildungs-Community im KiezLab Berlin zum Calliope Tag, um gemeinsam über die Zukunft der Informatikbildung zu sprechen. In zahlreichen Workshops hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Ergänzungen zum Calliope mini wie die Cardboard Robots und vieles mehr auszuprobieren.
Brigitte Zypries, ehemalige Bundesministerin der Justiz und Vorsitzende des Calliope-Beirates brachte einen zentralen Aspekt der Diskussion an dem Tag in ihrer Eröffnungsrede auf den Punkt: „Es ist kein Erkenntnisproblem mehr, Informatik in der Bildung zu etablieren, sondern ein Umsetzungsproblem."

MINT-Bildung als Schlüssel zur Fachkräftesicherung

Pascal Hetze vom Stifterverband untermauerte diese Dringlichkeit mit aktuellen Zahlen: Investitionen in den MINT-Nachwuchs haben laut IW Köln den größten Effekt auf die Fachkräftesicherung. Gleichzeitig zeichnete er ein besorgniserregendes Bild der aktuellen Situation: MINT-Kompetenzen sind rückläufig, regionale Disparitäten nehmen zu, und insbesondere gelingt es Deutschland nicht, Schüler*innen nachhaltig für MINT-Berufe zu begeistern.

In seinem Vortrag differenzierte Hetze zwischen Kür und Pflicht: Während außerschulische Lernorte eine wertvolle Ergänzung darstellen, bleibt die Schule als Lernort unersetzbar – eine Position, die auch die Informatik-Allianz konsequent vertritt.

Digitale Souveränität als Bildungsauftrag

Anke Domscheit-Berg lenkte den Blick auf einen oft unterschätzten Aspekt: die Bedeutung digitaler Souveränität für die Schulbildung. Die Marktdominanz weniger Anbieter und der damit einhergehende Lock-in-Effekt bergen erhebliche Risiken für die Bildungslandschaft. Ihre klare Botschaft: „Programmieren lernen heißt denken lernen" – und dieser grundlegende Lernprozess darf nicht an proprietäre Systeme gebunden sein.
Dass offene Alternativen nicht nur wünschenswert, sondern auch realisierbar sind, zeigen positive Beispiele wie die Opendesk-Lizenzen in Baden-Württemberg, die den Weg zu mehr digitaler Souveränität im Bildungsbereich ebnen.

Möglichkeitsräume schaffen – in und außerhalb der Schule

Projekte wie der Verstehbahnhof Fürstenberg demonstrieren eindrucksvoll, wie außerschulische Lernorte wichtige Möglichkeitsräume für Kinder und Jugendliche eröffnen können. Dennoch bleibt die Schule als Ort regelmäßiger systematischer Auseinandersetzung mit informatischen Themen durch pädagogisch geschultes Personal unverzichtbar.

Mit dabei war auch die Allianz für informatische Bildung: Daniel Krupka machte in seinen Eröffnungsworten deutlich, dass Deutschland sehr wohl Software kann. An einem Stand luden Henri Schultz und Maja Denisova die Besucher*innen zu einem interaktiven Wer-wird-Millionär-Quiz rund um informatische Bildung in Deutschland und Europa ein.

Auf dem Selfie sind von rechts Daniel Krupka, Prof. Dr. Ira Diethelm, Henri Schultz und Maja Denisova zu sehen