Bundestagswahl 2025: GI fordert Informatik für alle
Am 23. Februar wählen die Bürger*innen Deutschlands den neuen Bundestag. Die zukünftige Regierung wird vor vielen großen Fragen stehen, auch in puncto Digitalpolitik. Es gilt, entscheidende Weichen für eine digitale Zukunft zu stellen, die auf Demokratie, Teilhabe und Nachhaltigkeit basiert. Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) fordert unter anderem informatische Bildung für alle.
Anna-Sarah Lieckfeld, Sprecherin der Informatik-Allianz: „Informatische Konzepte und Systeme sind allgegenwärtig und bilden unter anderem die Grundlage für künstliche Intelligenz. Um diese auf Informatiksystemen basierende Welt zu verstehen, zu reflektieren und mitzugestalten, ist der Erwerb grundlegender Informatikkompetenzen unerlässlich. Dazu gehört neben einem verpflichtenden Schulfach im Umfang von mindestens jeweils einer Wochenstunde in den Klassenstufen 5 bis 10 auch die Befähigung der Lehrkräfte, diese Kompetenzen zu erlernen und an Schüler*innen zu vermitteln.“
Deshalb fordert die Gesellschaft für Informatik:
Informatische Kompetenzen für alle Lehrkräfte
Die Digitalisierung ist längst im Klassenzimmer angekommen. Schulen verwenden zunehmend selbstverständlich Informatiksysteme für Verwaltungsaufgaben und als Werkzeuge im Unterricht. Dabei erfordert die zweckmäßige Auswahl und Anwendung der Informatiksysteme im schulischen Kontext fundiertes Wissen über diese Systeme seitens der Lehrkräfte. Lehrkräfte sollten über grundlegende Informatikkompetenzen verfügen, um Hard- und Software kompetent und datenschutzkonform verwenden zu können. Die GI spricht sich daher für Fortbildungen von allen Lehrkräften aus, die eine verantwortungsvolle Nutzung und hohe Qualität des Unterrichts sicherstellen sollen, allem voran sind bereits im Studium grundlegende Informatikkompetenzen zu vermitteln.
Informatik als Pflichtfach verankern
Informatische Bildung ist in Deutschland ein Flickenteppich. Um unseren Kindern die Möglichkeit zu geben, die digitale Welt aktiv zu gestalten, muss Informatikunterricht für alle Schulformen und in allen Bundesländern in der Sekundarstufe I im Umfang von mindestens vier, mittelfristig sechs Wochenstunden eingeführt werden, wie von der SWK der KMK längst gefordert. Dazu ist der Lehrkräftemangel durch die Fortbildung bestehender Lehrkräfte, Ausbildung neuer Informatiklehrkräfte und Förderung des Quereinstiegs zu beheben. Die GI setzt sich daher für eine nachhaltige Verankerung von Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I ein.
KI in der Bildung sinnvoll einsetzen statt verbieten
Durch die Verbreitung KI-basierter Methoden und Werkzeuge im Schulkontext müssen Lehrkräfte in der Lage sein, über die Chancen und Herausforderungen von KI-Systemen und deren Einsatz in Schulen urteilen zu können. Daher benötigen sie ein grundlegendes Hintergrundwissen zu dieser Technologie und entsprechende Handlungskompetenzen.
Gleichzeitig muss erkennbar sein, wann und wie KI-basierte Werkzeuge eingesetzt werden dürfen, sowohl mit Blick auf Lern- und Prüfungsleistungen als auch rechtliche Fragen, z. B. zum Datenschutz.
Schüler*innen dürfen nicht nur lernen, generative KI anzuwenden, sondern müssen verstehen wie diese Werkzeuge aufgebaut sind und sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen. Sie sollen frühzeitig lernen, auf welchen informatischen Grundprinzipien KI-Systeme beruhen, und welche Möglichkeiten und Grenzen diese offenbaren.
Informatische Kompetenzen statt Klick-Kompetenz
Obwohl Kinder immer früher Kontakt zu digitalen Medien haben, nehmen ihre Digitalkompetenzen nicht zu. Schulen fällt daher die wichtige Aufgabe zu, Schüler*innen im Rahmen einer Bildung in einer digitalen und vernetzten Welt neben Anwendungskompetenzen grundlegende informatische Kompetenzen zu vermitteln. Ziel muss sein, Schüler*innen einen selbstbestimmten Umgang mit eigenen und fremden Daten zu vermitteln und diese zu befähigen, Informatiksysteme reflektiert und verantwortungsvoll zu nutzen und mitzugestalten. Informatische Kompetenzen sind Grundlage für eine starke digitale Zivilgesellschaft.
Förderung von Diversity und Gleichstellung in der Informatik
In der Informatik ist der Anteil an Frauen gering. Während Informatiksysteme immer mehr zum Bestandteil der Lebensbereiche aller Menschen werden, findet die Entwicklung dieser Systeme überwiegend aus männlicher Sicht statt. Die GI setzt sich daher für die Förderung von in der Informatik tätigen Frauen mit dem Ziel ihrer faktischen Gleichstellung ein und fordert die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und marginalisierten Gruppen an der Digitalisierung, insbesondere in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und Schutz vor digitaler Gewalt.
Zu den Forderungen „Informatik für alle“ der Gesellschaft für Informatik: https://gi.de/wahl2025/informatische-bildung-fuer-alle.
Zu den GI-Positionen der Gesellschaft für Informatik: https://gi.de/wahl2025.


